Die Verbraucher wechseln von Fast Fashion zu langlebigen Stücken und treiben damit die Bekleidungsindustrie dazu, Haltbarkeit im Jahr 2025 zu priorisieren. Die Bekleidungsindustrie durchläuft 2025 einen tiefgreifenden Wandel, da sowohl Verbraucher als auch Marken den „Fast Fashion“-Paradigma verlassen. Zwei Trends haben sich als prägende Kräfte herausgebildet: eine konsequente Ausrichtung auf Haltbarkeit und eine strategische Neuausrichtung hin zu lokaler und regionaler Beschaffung. Diese Transformation ist nicht nur eine Reaktion auf Markthype, sondern eine grundlegende Neuausrichtung angesichts sich wandelnder Verbraucherverhaltensweisen und globaler Lieferkettenrealitäten.
Langlebigkeit hat sich von einem Nischenverkaufsargument zu einer zentralen Kundenerwartung entwickelt. Eine Branchenstudie aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 68 % der Käufer bereit sind, einen Aufpreis von 20–30 % für Kleidungsstücke zu zahlen, von denen sie glauben, dass sie mindestens zwei Jahre halten – im Vergleich zu 45 % im Jahr 2020. Diese Entwicklung veranlasst Marken dazu, jeden Aspekt der Produktion neu zu überdenken, von der Stoffauswahl bis hin zu Konstruktionsmethoden. Führende Hersteller setzen zunehmend Hochleistungsnaturfasern wie Bio-Baumwolle und Hanf ein und integrieren funktionelle Materialien wie Sorona und Tencel, um die Haltbarkeit zu erhöhen, ohne den Tragekomfort einzuschränken.
Details zählen mehr denn je in dieser Haltbarkeitsrevolution. Gerippte Stoffe wie Kapok-Rippe gewinnen für Bündchen und Kragen aufgrund ihrer außergewöhnlichen Elastizität und Formbeständigkeit an Beliebtheit. Marken beleben zudem traditionelle Handwerkskunst: Verstärkte Nähte an belasteten Stellen, korrosionsbeständige Beschläge und leicht auswechselbare Komponenten sind mittlerweile Standard bei Premiumlinien. Über die Produktion hinaus werden Reparaturservices zu einem zentralen Markenangebot – Patagonias Worn Wear-Programm, das jährlich über eine Million Reparaturen bearbeitet, hat etablierte Marken dazu inspiriert, ähnliche Initiativen ins Leben zu rufen und die Nachkaufpflege so zu einem Instrument zur Kundenbindung zu machen.
Die lokale und regionale Beschaffung verändert derweil die globalen Lieferkettenkarten – wenn auch nicht ohne Herausforderungen. Der Trend wird durch zwei Motive befeuert: die Verringerung des CO2-Fußabdrucks durch Langstreckentransporte und die Steigerung der Widerstandsfähigkeit gegenüber geopolitischen Störungen. Europa führt an, wobei mittlerweile 55 % der regionalen Marken bei lokalen oder nahegelegenen Zulieferern einkaufen, während nordamerikanische Unternehmen ihre Partnerschaften in Mexiko und Honduras ausbauen und dadurch ein Wachstum der Investitionen in diese Nahe-Ost-Region um 40 % verzeichnen.
Allerdings bleibt die heimische Beschaffung durch praktische Hürden eingeschränkt. Eine Studie der U.S. Fashion Industry Association aus dem Jahr 2025 ergab, dass nur 17 % der Marken planen, die Beschaffung von „Made in the USA“ zu erhöhen, da einheimische Lieferanten oft über weniger Produktvielfalt und vertikale Integration verfügen als ihre asiatischen Pendants. Stattdessen setzen Marken auf „Regionalisierung“ – sie beschaffen Waren von nahegelegenen Kontinenten, um Nachhaltigkeit und Effizienz in Einklang zu bringen. Beispielsweise erweitern 44 % der US-Marken ihre Beschaffung im westlichen Hemisphäre, während europäische Marken ihre Beziehungen zu nordafrikanischen Herstellern stärken.
Marken, die die Kombination aus Langlebigkeit und regionaler Beschaffung beherrschen, ernten nun die Früchte. Der chinesische Heimatmarkt verdeutlicht dies klar: Lokale Marken halten mittlerweile 60 % der Top-10-Marktpositionen, wobei langlebigkeitsorientierte Produktlinien von Li-Ning und Anta Bruttomargen von über 55 % erzielen. Diese Marken nutzen Chinas Ökosystem der „östlichen Innovation, zentral-westlichen Fertigung“ und setzen auf regionale Textilmühlen sowie digitale Produktionstechnologien, um langlebige Produkte mit minimalem CO₂-Fußabdruck herzustellen.
Die Verschmelzung von Langlebigkeit und lokaler Beschaffung stellt mehr als einen vorübergehenden Trend dar – sie ist ein neues Geschäftsmodell für die Bekleidungsindustrie. Im Verlauf des Jahres 2025 werden jene Marken erfolgreich sein, die den Wert langlebiger Kleidungsstücke kommunizieren können, transparente regionale Lieferketten aufbauen und Nachhaltigkeit mit Erschwinglichkeit in Einklang bringen. In dieser neuen Ära geht es bei Mode nicht mehr nur darum, gut auszusehen – sondern darum, lange zu halten und Gutes zu tun.